Die Orgel der Stadtkirche Vaihingen hat eine bewegte Baugeschichte. Die wichtigsten Stationen sind mit den Arbeiten der Orgelbauer Schäfer (1860), Weigle (1946), Walcker (1964), Plum (1972) und zuletzt Mühleisen (1997/2018) zu umreißen. Die Orgel steht im Turmraum und verfügt über Kegel- sowie Schleifladen bei rein elektrischen Trakturen.
Im Zuge unserer Arbeiten an dem Instrument, begleitet von Prof. Volker Lutz als OSV, war die Windanlage grundlegend zu verbessern. Der neue Spieltisch mit elektronischer SPS-Anlage wurde geliefert und eine Setzeranlage sowie zahlreiche Octavkoppeln installiert. Die pneumatischen Schleifenbetätigungen wurden durch Magnete ersetzt, die elektrische Anlage der Orgel erfuhr eine Ertüchtigung gemäß den aktuellen Richtlinien. Da die beiden in Positiv und Pedal vorhandenen Kegelladen als Einzeltonladen elektrifiziert wurden, bot sich die günstige Möglichkeit, durch Programmierung weitere sinnvolle Register zu gewinnen: im Positiv Spitzflöte 8´, Suavial 4´ und Rohrschalmey 4´ (letztere war ursprünglich vorhanden und wurde zwischenzeitlich zu 8´ gerückt); im Pedal gibt es nun eine Trompete 8´ sowie eine Mixtur, die aus Positivregistern zusammengestellt ist. Die tiefe Octave von Quintade 16´ im Schwellwerk ist separat elektrifizert, damit sie bei Benutzung der Suboctavkoppeln in Positiv und Schwellwerk die 8´-Lage bis zum C als 16´ vervollständigen kann.
Das in fünf Bauepochen entstandene Pfeifenwerk erfuhr abschließend eine sorgfältige Um-und Nachintonation. Im Ergebnis präsentiert sich das Instrument nunmehr homogen, tragfähig und farbenreich und ermöglicht überraschend vielfältige Klangmischungen.


I Hauptwerk C-g‘‘‘
Principal   8'
Gedeckt   8'
Octave   4'
Rohrflöte   4'
Quinte   2 2/3'
Superoctave   2'
Mixtur   2'
Dulzian   16'
Trompete   8'
Tremulant  
II Positiv C-g‘‘‘
Spitzflöte 1 8'
Bourdon   8'
Suavial 1 4'
Gemshorn   4'
Principal   2'
Quinte   1 1/3'
Zymbel   1'
Rohrschalmey   8'
Rohrschalmey 1 4'
Tremulant  
III Schwellwerk C-g‘‘‘
Quintade   16'
Flöte   8'
Salicional   8'
Principal   4'
Koppelflöte   4'
Nasat   2 2/3'
Waldflöte   2'
Terz   1 3/5'
Sifflöte   1'
Septime   1 1/7'
Mixtur   2'
Horn   8'
Tremulant  
Pedal C-f‘
Violon   16'
Subbass   16'
Quintade 2 16'
Octavbass   8'
Flöte 2 8'
Choralbass   4'
Rohrgedackt   4'
Hintersatz   2 2/3'
Pedalmixtur 1 2'
Posaune   16'
Trompete 1 8'
Horn 2 8'
Clarine   4'

1 programmierte Register

2 Transmissionen aus SW

Normalkoppeln: II-I, III-I, III-II, I-P, II-P, III-P
Octavkoppeln: II-I 16´, III-I 16´, II-II 16´, III-II 16´, III-III 16´, III-III 4´
Walze, Zimbelstern

Hauptwerk, Schwellwerk und Großpedal: Schleifladen
Positiv und Kleinpedal: Kegelladen mit Einzeltonsteuerung
elektrische Trakturen