Ausgangslage für unsere Arbeiten in St. Konrad war eine 1964 von Michael Weise aus Plattling erbaute elektropneumatische Kegelladenorgel, die 1984 um ein Rückpositiv gleichen Systems erweitert wurde. Über notwendige Reinigungsarbeiten hinaus sollte technischen und klanglichen Mängeln abgeholfen und das Instrument deutlich aufgewertet werden.
Die vorhandenen Windladen wurden größtenteils beibehalten und überholt (Abdichtung, Neubelederung der Registerventile, Neuregulierung etc.), die neu hinzugekommenen Windladen sind ebenfalls Kegelladen und nach unserem Vorschlag mit Einzeltonsteuerungen versehen, um die musikalische Verwendbarkeit in Extensionen und Transmissionen deutlich zu steigern (HW-Bourdon/Rohrflöten-Reihe, SW-Salicional/Violin-Reihe, drei Pedalextensionsreihen).
Die Windanlage erfuhr eine Neukonzeption, so dass nun alle Werke über separate Magazinbälge verfügen.
Die beiden Orgelgehäuse wurden aus klimatischen und klanglichen Gründen gegenüber dem Vorzustand deutlich an die Emporenbrüstung herangerückt, dabei auch weiter auseinander, um auf der neuangelegten Podestabtreppung genügend Platz für die Choraufstellung zur Verfügung zu haben. Der Spieltisch ist jetzt in komplett überarbeiteter Ausstattung günstig am Rückpositiv platziert. Die Orgelelektrik ist komplett erneuert, eine zeitgemäße SPS-Anlage steuert Tontraktur, Setzer und die umfangreiche Koppelanlage. Die Emporenbrüstung konnte im Bereich des Rückpositivs ausgeschnitten werden; zuvor war die Klangabstrahlung dieses Werkes in den Raum behindert.
Grundlage für die klanglichen Veränderungen war das vorhandene, gut gearbeitete Pfeifenwerk, das durch eine gründliche Neuintonation klanglich ausbalanciert und durch gezielte Erweiterungen bereichert wurde.
Die als ungünstig erachteten Mensurverläufe der vorhandenen Prospektregister Principal und Octavbass führten zu der Entscheidung, diese Pfeifen neu anzufertigen. Die damit verbundene Chance zur Verbesserung der optischen Erscheinung des Instrumentes wurde gerne ergriffen, wobei die bestehenden Gehäuseteile umgearbeitet und ergänzt werden konnten.
Das Hauptwerk, das sich im rechten Gehäuse befindet, erhielt als neues Register über den Principal 8‘ hinaus eine Gamba 8‘ sowie eine Extensionslade mit Bourdon 16‘ (C-h° neu) und der alten Rohrflöte 8‘. Schwellwerk und Pedal nehmen das linke Gehäuse ein. Neu am Schwellwerk sind der sehr effektive Schwellkasten, die Extensionsreihe Salicional 8‘/ Violine 4‘ und die Traversflöte 4‘. Die Vox coelestis konnte aus der alten Gambetta 4‘ gewonnen werden, der Scharff erklang zuvor im Rückpositiv. Mit Oboe und Vox humana erhielt die Orgel zwei charakteristische und vielseitige Zungenregister aus unserem Lagerbestand. Die bisherigen Pedalregister erfuhren jeweils eine Fortführung um eine Oktave (Tenoroctave und Trompete neu), und zur feineren dynamischen Abstufung wurden die mit Einzeltonsteuerung versehenen Manualregister als Pedaltransmissionen angelegt.
Die Neuintonation zielte auf die Stärkung der Grundstimmen ab, auf vielseitige Mischfähigkeit, auf sinnvollen dynamischen Aufbau von „verträumt“  bis „zupackend“ und ein ausgewogenes Klangbild ohne Aggressivität. Die Farbpalette der Orgel ist nun in allen Registergruppen wesentlich ausgeprägter als zuvor, und der ausführende Intonateur charakterisierte das Ergebnis so: „Die Orgel klingt katholisch, romantisch und dennoch mit Blick zurück in den Barock.“
Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit danken wir OSV Gerhard Siegl und dem Ettmannsdorfer Organisten Andreas Merl.


I Hauptwerk C–g³
Bourdon 1 16'
Principal   8'
Gamba   8'
Rohrflöte   8'
Octave   4'
Spitzflöte   4'
Nasard   2 2/3'
Superoctave   2'
Mixtur 4-5fach   1 1/3'
Trompete   8'
II Rückpositiv C-g³
Gedackt   8'
Principal   4'
Holzflöte   4'
Flautino   2'
Sesquialter 2fach (ab c°)   2 2/3'
Vox humana   8'
Tremulant  
III Schwellwerk C-g³
Holzflöte   8'
Salicional   8'
Vox coelestis   8'
Traversflöte   4'
Violine 2 4'
Gemshorn   2'
Scharff 3-4fach   1'
Oboe   8'
Tremulant  
Pedal C–f1
Principal (vacant) 3 16'
Subbass   16'
Bourdon 6 16'
Octavbass   8'
Violon 7 8'
Bassflöte 4 8'
Bourdon 6 8'
Tenoroctave 3 4'
Posaune   16'
Trompete 5 8'

1 Extension aus Rohrflöte 8'

2 Extension aus Salicional 8'

3 Extension aus Octavbass 8'

4 Extension aus Subbass 16'

5 Extension aus Posaune 16'

6 Transmission aus HW

7 Transmission aus SW

Koppeln: I-P, II-P, III-P, III-P 4', II-I, III-I, III-II, III-I 16', III-II 16', III-III 16', III-III 4'
elektropneumatische Kegelladen, neue Laden mit Einzeltonsteuerung
Stimmung: Neidhardt 1724