Die katholische Kirchengemeinde St. Johannes in Leonberg feiert 2027 das 20-jährige Bestehen ihrer Mühleisen-Orgel. Von Anfang an fanden an dieser Orgel durch das Engagement des aus dem Orgelbauverein hervorgegangenen Fördervereins „Freunde der Kirchenmusik“ regelmäßig Konzerte mit phantastischen Vertreter*innen der Orgelkunst statt, so dass von diesem Ort und diesem Instrument eine echte kulturelle Bereicherung für Leonberg und seine Umgebung ausgeht.
Die Orgel entstand im Zuge der Umgestaltung der Kirche im Jahr 2007 und bildet mit dem Raum ein eng verbundenes Gesamtkunstwerk. Die großzügige Emporensituation legte eine Teilung des Instrumentes um das rückwärtige Rundfenster nahe, so dass zwischen den Orgelgehäusen ungewöhnlich viel Platz für musikalische Betätigungen erhalten bleibt. Der freistehende Spieltisch steht als sorgfältig gestaltetes Möbel, das wie die Gehäuse aus Kirschbaumholz gefertigt ist, klanglich günstig hinter dem Rückpositiv und bietet den Musiker*innen einen einladenden Ort zum Musizieren. Von dieser filigranen Spielanlage aus führen die mechanischen Spieltrakturen fächerförmig in mehreren Ebenen zu den Teilwerken der Orgel. In den Hauptgehäusen befinden sich der konkaven Grundrissform folgend und jeweils in C- und CS-Seite geteilt ganz vorne die Windladen des Grand Orgue, dahinter das Récit expressif mit seinen wirkungsvoll schließenden Schwellkästen, zuhinterst das Pedal.
Klanglich orientiert sich das Instrument stark an der französischen Symphonik, doch eignet es sich zur Darstellung eines erfreulich breiten Spektrums an Musik. Dabei reicht die dynamische Bandbreite vom kaum hörbaren Pianissimo der Aeoline im geschlossenen Récit bis zum fabelhaft donnernden Tutti, und der „klassische Kern“ in Grand Orgue und Positif bringt auch alte Musik vorteilhaft zur Geltung.
Für uns Orgelbauer ist es die größte Belohnung unserer Arbeit, wenn unsere Orgeln wie in Leonberg gerne gespielt und gehört und von einem weiten Personenkreis geschätzt werden.


RÜCKPOSITIV I C - g’’’
Principal   8'
Gedeckt   8'
Octave   4'
Portunalflöte   4'
Quinte   2 2/3'
Flautino   2'
Terz   1 3/5'
Mixtur 3-4 f.   1 1/3'
Krummhorn   8'
Tremulant  
GRAND ORGUE II C - g’’’
Bourdon   16'
Montre   8'
Flûte harm.   8'
Bourdon   8'
Prestant   4'
Flûte a chem.   4'
Doublette   2'
Cornet 5 f.   8'
Fourniture 4-5 f.   2'
Trompette   16'
Trompette   8'
RECIT III C - g’’’
Montre Violon   8'
Flûte   8'
Bourdon   8'
Gambe   8'
Voix célèste   8'
Aeoline   8'
Fugara   4'
Flûte octaviante   4'
Narzad harm.   2 2/3'
Octavin   2'
Tierce harm.   1 3/5'
Plein jeu 6 f.   2 2/3'
Basson   16'
Hautbois   8'
Trompette harm.   8'
Voix humaine   8'
Clairon   4'
Tremulant  
PEDAL C - f’
Grand Bourdon   32'
Montre   16'
Soubasse   16'
Montre   8'
Flûte   8'
Bourdon   8'
Violon   8'
Praestant   4'
Bombarde   16'
Basson   16'
Trompette   8'
CHAMADEN C - g’’’
Chamade   16'
Chamade   8'

Koppeln:
I/II, III/II, III/I, III16’/II, III16’/III,
III4’/III, I/P, II/P, III/P, III4’/P
Chamade / I
Chamade / II
Chamade / III
Nebenzug: Gewitter
Mechanische Spieltraktur
Elektrische Registertraktur
Elektronischer Setzer mit
11000 Kombinationen
USB-Schnittstelle für PC
Midi Ein- und Ausgang
Orgamat für Stimmarbeiten

Freistehender Spieltisch
Mechanische Schleifladen
Elektrische Registertraktur
Setzeranlage
Zweigeteiltes Orgelgehäuse